13. Juli 2026
Wer im Gesundheitswesen arbeitet, kümmert sich rund um die Uhr um das Wohl anderer Menschen. Doch wer sorgt eigentlich dafür, dass es den Mitarbeitenden selbst gut geht? Im AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG steht das Wohlbefinden der Mitarbeitenden im Mittelpunkt. Als Betrieblicher Gesundheitsmanager entwickelt Tim gemeinsam mit vielen Beteiligten Angebote, die Gesundheit fördern und den Arbeitsalltag nachhaltig stärken. Im Interview erzählt er, wie er zu dieser Aufgabe gekommen ist, welche Benefits Mitarbeitende erwarten und welche Ideen er für die Zukunft des Gesundheitsmanagements hat.
Vom Sportplatz in die Klinik: Tims Werdegang
Für Tim war die Richtung schon immer glasklar.
Ich habe meine gesamte Kindheit und Jugend auf Sportplätzen und in Sporthallen verbracht – mit vier Jahren ging es mit Fußball los, mit fünf folgte Handball,
erinnert er sich schmunzelnd. Bis heute schlägt sein Herz aktiv für den Sport, auch als Trainer im Handballbereich. Diese Begeisterung führte ihn schließlich an die Universität Hamburg, wo er Sport- und Bewegungswissenschaften im Bachelor und Master studierte.
Bereits während des Studiums sammelte er als Werkstudent wertvolle Erfahrungen direkt im Rehazentrum der Klinik. Als sich nach seinem Masterabschluss die Option für eine feste Übernahme bot, musste er nicht lange überlegen: Die hervorragende Lage in seiner Heimatstadt Rotenburg, der kurze Arbeitsweg mit dem Fahrrad und vor allem das großartige Kollegium machten den Einstieg perfekt. Als schließlich die Position im Betrieblichen Gesundheitsmanagement frei wurde, bot sich ihm die ideale Chance!
Ein Job mit maximaler Vielfalt
Sein Alltag als BGM-Manager ist abwechslungsreich und flexibel. Tims Aufgaben reichen von Budgetplanungen und strategischen Kooperationen mit Krankenkassen bis hin zur direkten Arbeit auf den Stationen. Berührungsängste kennt er nicht, im Gegenteil:
Am meisten Spaß macht mir eigentlich der direkte Austausch auf den Stationen. Gemeinsam mit der Fachkraft für Arbeitsschutz führe ich Ergonomiebegehungen durch. Man geht ursprünglich wegen der reinen Ergonomieberatung hin, bekommt im direkten Gespräch aber so viel mehr von den Mitarbeitenden mit – ihre Sorgen, Wünsche und das, was sie im Alltag wirklich bewegt.
Wenn aus diesem Austausch konkrete Maßnahmen werden, profitieren die Mitarbeitenden unmittelbar. Ein Beispiel dafür ist Tims Mitarbeit im klinikübergreifenden Projekt „AGA gegen Gewalt“. Mit Aktionstagen, offenen Informationsangeboten und Selbstverteidigungskursen setzt er sich dafür ein, dass sich Kolleginnen und Kollegen im Arbeitsalltag und auf dem Weg zur Arbeit sicherer fühlen.
Bedarfsgerechte Angebote statt Standard-Floskeln
Um herauszufinden, was die Belegschaft wirklich braucht, initiierte Tim direkt zu Beginn eine umfassende interne Umfrage. “Mir war es wichtig, fundiert zu planen – wann passen Kurse zeitlich am besten, wo liegt der größte Bedarf?”. Trotz anfänglicher Skepsis, ob Mitarbeitende nach einem anstrengenden Schichtdienst noch Lust auf Bewegung haben, war die Resonanz überwältigend positiv. Heute profitiert das Klinikum von einer lebendigen Mischung aus kostenlosen Sportkursen, dem klassischen Lauftreff („Abendlauf“) und der beliebten „bewegten Pause“, die direkt auf den Stationen stattfindet. Auch das Thema Ernährung steht ganz oben auf Tims Agenda, weshalb ein großer Aktionstag hierzu bereits in fest geplanter Vorbereitung ist.
Ein echter Benefit: Firmenfitness mit Hansefit
Ein besonderes Highlight im Portfolio des Klinikums ist die bezuschusste Firmenfitness. Fast jeder vierte Mitarbeitende – rund 25 % der gesamten Belegschaft – nutzt bereits dieses flexible Angebot. Ob Schwimmen im Ronolulu, Yoga oder Gerätetraining auf der klinikübergreifenden Trainingsfläche: Für einen geringen Eigenanteil von nur 29 Euro im Monat steht den Angestellten ein riesiges Angebot verschiedener Anbieter offline und online zur Verfügung. Damit lässt sich Gesundheit flexibel in den eigenen Alltag integrieren – unabhängig davon, ob Mitarbeitende lieber nach Feierabend trainieren, schwimmen gehen oder mit Kursen einen Ausgleich zum Schichtdienst schaffen möchten
Die Vision: Nachhaltigkeit im Fokus
Für die Zukunft hat Tim eine klare Vision: Er möchte die Angebote nicht als kurzfristige Trends verstanden wissen, sondern sie nachhaltig in den Klinikalltag integrieren.
Ein Aktionstag ist wunderbar, verpufft aber, wenn man es nicht wiederholt. Mein Ziel ist es, feste, wiederkehrende Strukturen zu etablieren. Jeder soll wissen: An diesem Tag ist dieser Kurs, darauf ist Verlass.
Gerade im stetigen Wandel des Gesundheitswesens und zur Entlastung bei psychischen Belastungen sei dies essenziell. Dabei setzt er auf Nahbarkeit und Sichtbarkeit: Statt unpersönlicher Massenmails sucht er gezielt das persönliche Gespräch in Stationsleitungssitzungen und Teambesprechungen. Denn gerade im Klinikalltag sind der direkte Austausch und die Erfahrungen der Mitarbeitenden untereinander besonders wertvoll. Die Vernetzung über Berufsgruppen und Fachbereiche hinweg schafft Vertrauen und trägt dazu bei, dass Gesundheitsangebote bekannt werden und im Alltag ankommen.
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