02. September 2026
Welche Fachrichtung passt zu mir? Wie sieht der Klinikalltag tatsächlich aus? Und in welchem Umfeld möchte ich später einmal arbeiten?
Mit genau diesen Fragen besuchten zwölf Medizinstipendiatinnen und Medizinstipendiaten des Landkreises Rotenburg (Wümme) das Diakonieklinikum Rotenburg. Organisiert wurde der Nachmittag von Chefarzt Dr. A. Meinhardt, der seine eigene medizinische Laufbahn bereits 2001 im Diako begann und heute die Klinik für Hämatologie und Onkologie leitet.
Ziel des Besuchs war es, den angehenden Ärztinnen und Ärzten frühzeitig einen Einblick in die Möglichkeiten am Diakonieklinikum zu bieten. Denn gerade zu Beginn des Studiums ist die Vorstellung vom späteren Berufsleben oft noch recht abstrakt. „Am Anfang hat man eher eine abstrakte Vorstellung von dem, was einen beruflich erwartet. Deswegen ist es wichtig, im persönlichen Kontakt zu treten und mit den Menschen zu sprechen, die diese Arbeit machen.“ – Dr. Meinhardt
Medizin hautnah erleben
Statt nur über Medizin zu sprechen, konnten die Stipendiatinnen und Stipendiaten sie an diesem Nachmittag direkt erleben.
Auf dem Programm standen spannende Einblicke in die Gastroenterologie, die Neurologie inklusive der Epilepsie-Station sowie die Pädiatrie mit ihrer neonatologischen Intensivstation.
Besonders in der Gastroenterologie wurde aus Zuschauen schnell Mitmachen: Unter Anleitung des Chefarztes Prof. Dr. B. Heidrich und Oberarzt P. Sonnenberg erhielten die Studierenden die Möglichkeit, selbst eine Endoskopie zu simulieren und ein Gefühl für die Technik und die Anforderungen eines solchen Eingriffs zu entwickeln. Ein Erlebnis, das eindrucksvoll zeigte, wie vielfältig und praxisnah moderne Medizin sein kann.
In der Neurologie lernten die Besucherinnen und Besucher den Chefarzt Professor Dr. med. R. Kiefer und seine Arbeit kennen und erhielten Einblicke in spezialisierte Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten. Anschließend öffnete die Pädiatrie ihre Türen und unser Oberarzt Herr J. Olschewski gewährte einen Blick in einen der sensibelsten Bereiche des Klinikums: die neonatologische Intensivstation, auf der die kleinsten Patientinnen und Patienten versorgt werden.
„Hier hat man das Gefühl, dass Ausbildung gelebt wird“
Was viele der angehenden Mediziner besonders beeindruckte, waren nicht nur die medizinischen Fachbereiche, sondern vor allem die Menschen, die ihnen begegneten.
Während der Rundgänge entstand immer wieder der Eindruck, dass die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses im Diakonieklinikum Rotenburg einen hohen Stellenwert besitzt. Mehrere Stipendiatinnen und Stipendiaten brachten dies auf den Punkt:
Man hat hier wirklich das Gefühl, dass die Ärztinnen und Ärzte noch Freude daran haben, junge Kolleginnen und Kollegen auszubilden.
Genau diese Rückmeldung freut auch Dr. Meinhardt. Gute Medizin und gute Ausbildung gehörten für ihn untrennbar zusammen.„Wer bei uns die Facharztausbildung antritt, bekommt eine gute Ausbildung und bekommt eine breite Ausbildung.“
Durch das breite Leistungsspektrum des Hauses und die enge Zusammenarbeit der Fachbereiche erhalten junge Ärztinnen und Ärzte die Möglichkeit, Medizin in ihrer ganzen Vielfalt kennenzulernen.
Karrierewege entstehen dort, wo Menschen fördern
Dr. Meinhardt weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig gute Ausbilder und ein unterstützendes Umfeld sind. Rückblickend seien es vor allem die Menschen gewesen, die ihn geprägt hätten. „Meine Ausbilder, meine Lehrer und die Teams in den unterschiedlichen Bereichen haben mich sehr geprägt.“
Sein eigener Werdegang zeigt, welche Entwicklungsmöglichkeiten das Diakonieklinikum Rotenburg bietet: vom Berufsstart als Assistenzarzt über verschiedene Führungspositionen bis hin zum Chefarzt.
Dabei ist es für ihn nicht allein das medizinische Niveau, das das Haus auszeichnet. „Es ist etwas Besonderes, auch in Rotenburg zu arbeiten, im Diako zu arbeiten. Der Zusammenhalt ist schon anders, das Miteinander ist grundsätzlich auch anders.“
Die richtige Fachrichtung findet man nicht auf dem Papier
Ein weiterer wichtiger Gedanke, den Dr. Meinhardt den Stipendiatinnen und Stipendiaten mit auf den Weg gab: Karriereentscheidungen sollten nicht allein nach strategischen Überlegungen getroffen werden.
Sie sollten sich danach richten, woran Sie interessiert sind. Diesen Beruf werden Sie lange ausüben. Man sollte ihn mit Freude ausüben.
Genau dabei helfen Veranstaltungen wie diese. Sie ermöglichen frühzeitig echte Einblicke, persönliche Gespräche und Erfahrungen, die kein Lehrbuch und keine Vorlesung vermitteln können.
Nachwuchs fördern, Zukunft gestalten
Der Besuch der Medizinstipendiatinnen und Medizinstipendiaten machte deutlich, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Studium und klinischer Praxis ist. Wer Fachbereiche kennenlernen, Fragen stellen und Medizin hautnah erleben kann, gewinnt Orientierung für den eigenen Berufsweg.
Für das Diakonieklinikum Rotenburg ist die Förderung des medizinischen Nachwuchses deshalb weit mehr als eine Investition in die Zukunft. Sie ist Teil einer Kultur, die von Zusammenarbeit, persönlicher Entwicklung und Freude an der Ausbildung geprägt ist.
Und genau dieses Gefühl nahmen die zwölf Stipendiatinnen und Stipendiaten am Ende des Tages mit: Medizin wird im Diako nicht nur gelehrt und praktiziert, sondern mit Engagement an die nächste Generation weitergegeben.